frau meditiert am see

Meditieren lernen

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr am Herzen liegt. Meditation ist ein zuverlässiger Helfer in meinem Leben. Sie ist wie eine Quelle, die mir Zufriedenheit und Kraft schenkt, und ich gebe das Wissen gerne in meinen Kursen weiter.

Vielleicht hast du schon einiges über Meditation gelesen und möchtest meditieren lernen. Oder du hast bereits eigene Erfahrungen gemacht und möchtest dich tiefer damit auseinandersetzen.

Man weiß, dass die Menschen seit Jahrtausenden meditieren, und das in allen Kulturkreisen überall auf der Welt. Mittlerweile begegnet uns das Thema regelmäßig in den Medien, weil auch berühmte Leute und Stars meditieren – zu Recht! 

Katy Perry, Hugh Jackman oder Oprah Winfrey sind nur einige Beispiele. 

Gerade in unserer Zeit, in der viele unter Leistungs- und Zeitdruck stehen, brauchen wir ein Hilfsmittel, um zur Ruhe zu kommen. 

Heute sind Entwicklungen rasant, das Leben ist oft schnelllebig. Als Gegengewicht dient vielen Menschen die Achtsamkeit.

Mich hat die Meditation schon als Teenager fasziniert und ich habe früh angefangen zu praktizieren – allerdings sehr unregelmäßig und mit monatelangen Pausen. Ich merkte, meditieren lernen, ist zugleich leicht und schwierig. Denn auf der einen Seite reicht es, sich hinzusetzen und den Atem zu beobachten. Auf der anderen Seite war ich beschäftigt oder abgelenkt. Meditation braucht Regelmäßigkeit. 

Die Sehnsucht nach dem Zustand der Stille und der Verbundenheit mit allem, was ist, blieb bestehen. Diese Sehnsucht hat mich immer wieder zur Meditation geführt. Die Praxis hat mir in vielen Lebenssituationen geholfen. 

Mediteren lernen und leichter Entscheidungen treffen:

Wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, kannst du mit deinem Verstand Vor- und Nachteile abwägen. Aber die Unsicherheit, ob wir alles bedacht haben, bleibt oft bestehen.

Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn ich nicht weiter grübele, sondern mich 20 Minuten still auf ein Kissen setzen. Kreisende Gedanken lasse ich los und öffne mich innerlich einer Antwort. 

Je nachdem kann es eine Weile dauern, bis ich still werde. Aber nach einiger Zeit vernehme ich meine innere Stimme! Das kann direkt während der Meditation passieren. Möglicherweise  später, zum Beispiel in einem Gespräch mit einer guten Freundin oder bei einem Spaziergang. Plötzlich ist in mir die Gewissheit, ja, dafür will ich mich entscheiden. Und im Nachhinein waren diese Entscheidungen immer eine gute Wahl.

Ich bin mir sicher, dass es auch dich unterstützen kann, eine gute Entscheidung zu treffen! 

Es ist so viel leichter, die Stimme des Herzens zu hören, wenn du zur Ruhe kommst!

Leg los!

Wenn du bisher keine Erfahrungen hast und jetzt meditieren lernen möchtest, probier es doch einfach mit 10 Minuten aus. Nimm dir kleine Schritte vor und übe regelmäßig. Wähle lieber Ziele, die realistische sind, als dass du an zu großen Vorhaben scheiterst. 

Klassischerweise meditiert man im Schneidersitz auf einem Kissen oder im Lotussitz. Es gibt spezielle Meditationskissen, die z.B. mit Dinkelkörner gefüllt sind. Wichtig ist, dass sie nicht zu weich sind, so dass du guten Halt findest. 

Wenn dir das nicht liegt, ist es gar kein Problem! Nimm einen Stuhl! Hauptsache der Rücken ist aufgerichtet und du kannst entspannt sitzen. 

Mit der Zeit kannst du die Praxis auf 20 Minuten oder länger erweitern. Schließe die Augen und bleibe mit der Aufmerksamkeit bei deiner Atmung.

Schau dir gerne mein Meditationsvideo an!

Vielleicht hilft es dir, wenn du zunächst angeleitet wirst.

Am Anfang ist es nicht immer einfach nur zu sitzen ohne „etwas zu tun“. Aber habe Vertrauen: Mit der Zeit kannst du es mehr und mehr genießen!

Meditieren lernen – 8 Tipps:

1. Lege eine Zeit fest. Klassischerweise ist der Morgen eine gute Zeit zu meditieren. 

Der Kopf ist noch nicht so voll, so dass du leichter zur Ruhe kommst. 

Du startest wahrscheinlich danach mit viel mehr Klarheit in den Tag. 

Aber wenn es für dich Stress bedeuten würde, morgens zu meditieren, praktiziere in Ruhe abends oder zu der Zeit, die für dich passt. Versuche eine feste Zeit zu finden, die du täglich freihalten kannst.

2. Wiederhole es regelmäßig. Wenn der Sonntag ein Tag ist, an dem es dir leicht fällt, dich 10-20 Minuten hinzusetzten, dann meditiere einmal die Woche. Für den dauerhaften Erfolg ist es besser einmal die Woche, aber regelmäßig zu meditieren, als an zu hoch gesteckten Zielen zu scheitern.

Falls du richtig motiviert bist und eine tägliche Praxis möglich erscheint, möchte ich dich natürlich in diesem Vorhaben unterstützen. Jeden Tag zu meditieren, kann dein Leben verändern! Bestimmt spürst du relativ schnell mehr Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. 

Höre auf dein Gefühl. Wie sieht dein Leben aus? Was brauchst du? Welche Idee schenkt dir Freude? Dann mach genau das!

3. Die richtige Mediation für dich finden. 

Probiere verschiedene klassische Formen aus und entscheide dich dann für eine. Die Wahrnehmung des Atems ist eine Variante, die es in den unterschiedlichen Schulen und Kulturen gibt. Sie kann von so gut wie jedem praktiziert werden und ist eine gute Möglichkeit, bei dir anzukommen. 

Ähnlich ist es mit dem BodyScan (MBSR) bzw. der Körperwahrnehmung, wie sie auch in der Vipassana Meditation angewandt wird. Hier wandern wir langsam mit der Aufmerksamkeit Stück für Stück durch den Körper. 

Die Mediation über die Kerzenflamme (Trataka) spricht viele Menschen an. 

Es gibt unzählige weitere Alternativen.

4. Dein Meditationsplatz. Vielen hilft es, einen festen Ort für die Mediation zu haben. Die Ecke eines Raums oder ein ruhiger Platz in der Wohnung reichen aus. Vielleicht hast du Ideen, wie du ihn gestalten möchtest. 

Falls du keine Stelle zu Hause hast, die für deine Praxis freigehalten werden kann, kannst du eine Buddhafigur und eine Kerze aufstellen, wenn du dich zum Meditieren hinsetzt. Je nachdem welcher Typ Mensch du bist, können solche Rituale dein Vorhaben unterstützen. Neben der Kerze zünden manche Teilnehmer/innen Räucherstäbchen an und schalten eine ruhige Musik ein. Geeignet sind hier instrumentale Stücke oder Meditationsmusik. Du spürst, was dich beim zur Ruhe Kommen unterstützt und was dich ablenkt. 

5. Sei diszipliniert. Klavier spielen oder meditieren lernen, vieles braucht Ausdauer und Konsequenz. Das Ergebnis lohnt sich. Vielleicht hast du einmal ein Instrument gelernt. Du weißt, dass man eine neue Fähigkeit oder eine bestimmte Stufe nur erreicht, wenn man am Ball bleibt. Bist du unmotiviert, erinnere dich daran, warum du dich für die Meditation entschieden hast. Deine Ziele können dir Kraft für die regelmäßige Praxis geben. 

6. Geh´s locker an. Sei diszipliniert, ja, aber nicht verbissen. Schaue aufmerksam hin: Gehe ich gerade liebevoll mit mir um? Oder bin ich ungeduldig und hart zu mir selbst? Sei nicht zu streng mit dir. Rückschläge gehören zu (fast) jedem Weg dazu. Frei nach dem Motto „hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen.“ Denn wenn du dir selbst Vorwürfe machst, nimmst du dir damit die Freude und evtl. die Motivation weiter zu machen. 

7. Meditationsgruppe. Wenn du dich alleine nicht gut motivieren kannst, such dir einen Meditationspartner oder eine Gruppe. Zusammen fällt es vielen Menschen leichter konsequent zu Üben.

Schau die gerne mein Onlineangebot für eine wöchentliche Meditation in einer Gruppe von Gleichgesinnten an.

8. Nicht zu viel Denken. Im Leben sind wir es gewohnt Dinge und Ereignisse mit unserem Kopf einzuordnen. Dies ist menschlich und an vielen Stellen richtig. In der Mediation hingegen zeigt sich, wie schwer es sein kann, das Denken zu stoppen. Ordne es wie in dem folgenden Zitat ein: „Der Verstand ist (wie die Sittlichkeit,) ein guter Diener, aber ein schlechter Herr“. 

Wenn wir zur Ruhe kommen und das Gewahrsein üben wollen, setzen wir den Verstand auf die Zuschauertribüne. Am Anfang kann es sein, dass du dich viele Male daran erinnern musst, während der Meditation nicht zu denken, nicht einzuordnen, nicht zu planen. Stattdessen wollen wir wahrnehmen, können in der Beobachtung versinken und einfach nur da sein.

Ich hoffe, ich konnte dich mit meinem Blogbeitrag motivieren. Wenn du mehr dazu lesen möchtest, hier zwei Buchempfehlungen: 

1. Ein gut geschriebenes und leicht verständliches Büchlein, das ich aus eigener Erfahrung als Urlaubslektüre empfehlen kann. „Sitzen wie ein Buddha – Meditation für Anfänger“ von Lodro Rinzler (122 Seiten, Scorpio Verlag).

2. Umfangreicher ist das Standardwerk „Gesund durch Meditation“ von Jon Kabat-Zinn (464 Seiten, Knaur MensSana). Dies ist gut geeignet, wenn du tiefer in die Materie vordringen möchtest.

Das Wichtigste aber, DO IT!